Tier- & Pflanzenwelt
Fauna – Ornithologie, Herpetologie, Entomologie und Ichthyologie
Dauer: 7–14 Tage | Region: Amboró-Nationalpark, Beni-Feuchtgebiete, Chaco-Trockenwald | Reisezeit: je nach Disziplin und Region
Im Amboró-Nationalpark sind über 350 Vogelarten dokumentiert – von Andenfelsenhähnen (Rupicola peruvianus) in den Nebelwäldern bis zu Hoatzinen (Opisthocomus hoazin) in den Feuchtgebieten des Beni. Der steile Höhengradient des Parks (300–3.000 m) erzeugt auf engem Raum eine Abfolge von Lebensräumen mit jeweils eigener Avifauna. Die Herpetofauna Ostboliviens umfasst zahlreiche endemische Reptilien- und Amphibienarten in Trockenwald, Nebelwald und Feuchtgebieten. Nachtexkursionen in Primär- und Sekundärwald ermöglichen die Beobachtung nachtaktiver Arten. Alle Exkursionen werden von lokalen Feldspezialisten mit langjähriger Erfahrung in der jeweiligen Disziplin begleitet. Weitere Schwerpunkte wie Entomologie oder Ichthyologie auf Anfrage.
Flora – Orchideen, Nebelwaldvegetation und tropische Trockenwälder
Dauer: 7–14 Tage | Region: Amboró-Nationalpark, Chiquitanía, Pando | Reisezeit: ganzjährig (je nach Region und Blütezeit)
Im Amboró-Nationalpark sind über 90 Orchideenarten (Orchidaceae) wissenschaftlich erfasst – eine Zahl, die angesichts der begrenzten Untersuchungsfläche auf eine erheblich höhere tatsächliche Diversität schließen lässt. Die Yungas-Nebelwälder des Amboró gehören zu den epiphytenreichsten Lebensräumen Boliviens: Bromelien, Farne, Moose und Flechten besiedeln die Baumstämme in mehreren Schichten. Im Kontrast dazu steht die xerophytische Vegetation des Chaco mit ihren an Trockenheit angepassten Dornensträuchern und Kakteen. In den Tieflandwäldern von Pando bildet die Paranuss (Bertholletia excelsa) ein Schlüsselelement des Ökosystems – ihre Ökologie ist eng an intakte Primärwaldstrukturen und spezifische Bestäuber gebunden. Botanische Exkursionen werden von ortskundigen Guides mit fundierter Artenkenntnis begleitet.
Natur & Landschaft
Nebelwälder und Höhenstufen im Amboró-Nationalpark
Dauer: 5–8 Tage | Region: Amboró-Nationalpark, Yungas, Übergangszone Tiefland–Anden | Reisezeit: April–Oktober
Der Amboró-Nationalpark umfasst auf rund 4.400 km² einen der steilsten Höhengradienten Boliviens: von etwa 300 m im Tiefland bis über 3.000 m in den Andenausläufern. Auf engem Raum überlagern sich Chiquitano-Trockenwald, immergrüner Bergwald und Yungas-Nebelwald. Die Lage am Schnittpunkt andiner und amazonischer Florenregionen bedingt eine außergewöhnlich hohe Artendichte. Allein im Gebiet des Refugio Los Volcanes sind über 350 Vogelarten und mehr als 90 Orchideenarten dokumentiert. Für Fotoreisen bieten Nebelstimmungen, Epiphytenreichtum und offene Felskanten besondere Motive.
Ökosysteme Ostboliviens – vom Chaco-Trockenwald zum Pantanal
Dauer: 8–10 Tage | Region: Südlicher Chaco, Chiquitano-Trockenwald, bolivianisches Pantanal | Reisezeit: Juni–September
Drei grundverschiedene Ökosysteme auf einer Route: der Kaa-Iya-Nationalpark (über 34.000 km², größter Nationalpark Boliviens), der weltweit größte zusammenhängende tropische Trockenwald der Chiquitanía und das bolivianische Pantanal an der brasilianischen Grenze. Geeignet für Landschaftsökologen, Naturfotografen und Reisende mit Interesse an Ökosystemvergleichen.
Beni – Feuchtgebiete und Flusslandschaften
Dauer: 6–10 Tage | Region: Llanos de Moxos, Río Mamoré, Trinidad | Reisezeit: Mai–Oktober (Trockenzeit)
Die Llanos de Moxos im Departement Beni bilden eines der größten tropischen Feuchtgebiete der Erde. Saisonale Überschwemmungsflächen, Galeriewälder und offene Savannen auf einer Fläche vergleichbar mit Süddeutschland. Exkursionen per Boot durch Flusssysteme mit hoher Wildtierdichte. Kombinierbar mit archäologischen Stätten der präkolumbischen Moxos-Kultur.
Kultur & Gesellschaft
Jesuitenmissionen der Chiquitanía
Dauer: 5–7 Tage | Region: Chiquitanía (Departement Santa Cruz) | Reisezeit: März–November
Rundreise durch die UNESCO-Weltkulturerbe-Missionen: San Javier (gegründet 1691), Concepción, San Ignacio de Velasco, San Miguel, San Rafael, Santa Ana und San José de Chiquitos. Barockkirchen, erbaut unter Leitung von Pater Martin Schmid und restauriert durch den Schweizer Architekten Hans Roth. Verbindung mit Naturbeobachtung im Chiquitano-Trockenwald und Besuch des Parque Histórico Santa Cruz La Vieja – dem Gründungsort der Stadt Santa Cruz (1561).
Paranuss-Gemeinden in Pando
Dauer: 5–8 Tage | Region: Departement Pando, Nordbolivien | Reisezeit: November–März (Erntezeit)
Die Ernte der Paranuss (Bertholletia excelsa) bildet die wirtschaftliche Grundlage vieler Gemeinden im Departement Pando. Einblick in die gesamte Wertschöpfungskette: Sammlung im Primärwald, Verarbeitung und Handel. Ökologische Zusammenhänge zwischen Walderhalt und Nussproduktion. Kombinierbar mit botanischen oder ornithologischen Schwerpunkten in den Tieflandwäldern Nordboliviens.
Indigene Territorien und Naturschutz
Dauer: variabel, je nach Zugang und Genehmigung | Region: Monte Verde (Concepción), Guaraní-Gebiete (Chaco) | Reisezeit: nach Absprache
Besuch indigener Gemeinden, deren Territorien zunehmend durch Landraub und illegalen Goldabbau bedroht sind. Je nach Verfügbarkeit und Einverständnis der Gemeinde: Einblick in traditionelle Landnutzung, lokale Governance-Strukturen und die Rolle indigener Gebiete für den Erhalt großflächiger Ökosysteme. Zugang über persönliche Kontakte vor Ort.
Alle Themenbereiche können kombiniert und individuell angepasst werden.
Darüber hinaus vermitteln wir über unseren lokalen Partner Anschlussreisen zu den Hotspots der Anden: Salar de Uyuni, Sucre, Potosí, Titicacasee, La Paz und Tarija.